Institut für Doom-Metal-Qualität

Institut für Doom-Metal-Qualität

Nachruf auf die Kapelle 'The Midnight Ghost Train'

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Musik bringt viele einzigartige Verbindungen, Amalgamisierungen hervor. Doch oft wildert man nur in den eigenen, bekannten Gefilden.

Es gibt aber immer wieder Mutige oder Grenzgänger, die diese Dinge ignorieren oder bewusst überschreiten. Eine dieser Entitäten war The Midnight Ghost Train aus Topeka, Kansas, USA.

Wir hier im Institut sind zwar dem Doom verbunden, sonst wären wir ja nicht das Institut für Doom-Metal-Qualität. Doch geht von Kapellen wie The Midnight Ghost Train eine unendliche Faszination aus.

Es ist dieser leichtfüßige Tanz zwischen Rock, Blues, Stoner, Doom, Southern Elementen und Gospel-Anleihen. Ohne Pause und erkennbaren Übergang, als ob nichts leichter wäre. Dazu kommt der blubbernde, brummende oder auch mal schnarrende Bass von Mike Boyne, der sichere Groove von Brandon Burghart an den Drums und schlussendlich das brillante Spiel von Steve Moss. Das allein wäre vielleicht nur bemerkenswert. Wäre da nicht die Gesangsstimme von Steve Moss. Reibeisen mag der erste Eindruck sein, aber die Nuancierungen nach oben und unten scheinen Endlos zu sein.

Jedoch die Lebenspanne von The Midnight Ghost Train war beschränkt. In den 10 Jahren ihres Bestehens (2008 - 2018) bescherte sie uns 4 Studio Alben:

  • The Midnight Ghost Train (2009)
  • Buffalo (2012)
  • Cold Was the Ground (2015)
  • Cypress Ave. (2017)

Doch nicht nur auf LP war TMGT eine Macht mit der zu rechnen war, auch Live war es eine wahre Messe. Nicht anders kann man dieses Zelebrieren von Musik bezeichnen.

Wir vom Institut hatten das Privileg TMGT auf dem 2015er Stoned from the Underground erleben zu dürfen.

Um so schmerzlicher war die Trennung nach dem extrem viel versprechenden Werk Cypress Ave.

Doch unser Verlust ist der Gewinn für Steve, Brandon, Mike und nicht zuletzt deren Familien. Alles Equipment wurde verkauft und auch der treue Band-Van wurde veräußert.

Ein Comeback scheint zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich...

Was als fortwährende Grabrede für den besten Freund des Sängers Steve Moss, John Goff, begann, endete für uns alle viel zu früh. Tonight! Tonight! Tonight! Tonight!

RIP - The Midnight Ghost Train